Tests

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Test: Sigma Art 35mm 1.4 DG HSM

Sigma Art 35mm 1.4 DG HSM an Nikon
Getestet an Nikon D800
Länge: 94mm | Durchmesser: 77mm | Gewicht: 665g | Filterdurchmesser: 67mm |
Preis (Nikon): 749€ inkl. Sigma USB-Dock

 

Einleitung:

 

Ein 35mm Objektiv, ja, das sollte mal her. So war es immer und so ist es heute auch.
35mm an KB oder APS-C sind einfach eine schöne universelle Brennweite.
So kam es, dass ich mich auf die Suche nach einem lichtstarken 35mm machte.
Wie vor jedem kauf, informierte ich mich über die möglichen Kandidaten und landete bei meinem Händler mit dem Wunsch doch mal das Sigma Art 35mm 1.4 DG HSM testen zu wollen.
Das Nikon Pendant hat er eh immer auf Lager und ein ganz frisches Nikkor 35mm 1.8G ED war ebenfalls auf dem weg für den Test. So wartete ich auf den Anruf meines Händlers, der dann auch vor einigen Tagen kam.
Also los hin und ran an die 35mm.

Lieferumfang:

 

+ das Sigma Art 35mm 1.4 DG HSM
+ Garantiekarte (3 Jahre bei Registrierung)
+ Deckel für Bajonett und Linse
+ Streulichtblende
+ Schutztasche

 

Erster Eindruck, Haptik und Verarbeitung:

 

Das Objektiv kommt gut Verpackt in einem unscheinbaren weißen Karton.
Die Verarbeitung ist auf einem sehr hohen Niveau und man merkt, das Sigma mit den neuen Objektivreihen Art, Sport, Contemporary einen merklichen Schritt nach vorne macht.
Das alte „Samtfinish“ hat Sigma endlich gegen ein deutlich moderner und wertiger wirkendes Äußeres ausgetauscht.
Bei dem Sigma Art 35mm 1.4 DG HSM kommt durch die verwendeten Materialien, Metall und sehr hochwertiger Kunststoff, direkt ein Gefühl von Wertigkeit auf. Dazu trägt auch das ordentliche Gewicht von 665g einen großen Anteil zu bei.
Damit ist es sogar schwerer wie die Konkurrenz aus dem Hause Nikon und Canon.
Also ein richtig ordentliches Stück Glas.

Der breite Fokusring hat eine angenehme Riffelung und lädt geradezu dazu ein auch mal manuell Bedient zu werden. Dies funktioniert sehr angenehm und ist weder zu leicht noch zu Schwergängig.
Was den Aufbau angeht, ist das Sigma sehr Aufwendig produziert.
Hier findet man 13 Linsen in ganzen 11 Gruppen. Hierunter finden sich ganze 4 Linsen mit SLD Technik (Special Low Dispersion) welche in Kombination mit einer FLD (Fluorite Low Dispersion) Linse für sehr gute Bildqualität sorgen soll. Gerade im Bereich der chromatischen Aberrationen sollte sich dies besonders Bemerkbar machen.
Dies werden wir uns im Verlauf mal genauer anschauen.

 

Autofokus:

 

Sigma nutzt bei seinen Objektiven schon eine ganze Zeit einen HSM (Hypersonic Motor = Ultraschallmotor) welcher hier in seiner besten Form, Ringform, anzutreffen ist.
Dieser sorgt für schnelles, leises Fokussieren und es ist zu jeder Zeit ein manuelles Eingreifen möglich.
Selbst bei F 1.4 ist der Fokus sehr präzise und passt an meiner D800 ohne jegliche Korrektur.
Ich habe bei meinem Kauf direkt das Sigma USB-Dock mit bekommen und so kann man das Objektiv bei möglichem Fehlfokus im gewissen Rahmen selber einstellen.

 

Stabilisator:

 

Keiner Vorhanden, daher nicht zu bewerten.
Bei 35mm empfinde ich einen Stabilisator auch nicht als wirklich notwendig.

 

Schärfe und Kontrast:

 
Ja, was soll man sagen. Was das Sigma schon bei f1.4 an Schärfe präsentiert ist schon mehr als sehr ordentlich. Im Vergleich zeigt mein schon sehr gutes Exemplar des Nikkor 50 1.4G eine ähnliche Schärfe und Kontrast erst bei F2. Das hat mich erst mal doch schon umgehauen.
Das Nikkor 35mm 1.4G kann in dieser Disziplin auch nicht mithalten, es liegt in etwa genau zwischen dem Sigma und meinem 50mm. Was auch eine sehr gute Leistung ist aber bei dem doch deutlichen Mehrpreis des Nikkor 35mm 1.4 war ich dennoch überrascht.
Beim Abblenden steigen der Kontrast und die Schärfe noch an und erreichen bei f4 ihren Höhepunkt.
Die Ecken schaffen es selbst bei f1.4 schon auf ein sehr gutes Niveau um ebenfalls bei f4 absolut exzellente Werte zu erreichen.
Auch dies ist sehr Beeindruckend.

 

Vignettierung, Verzerrung, CAs und Bokeh:

 

Wie alle sehr Lichtstarken Objektive sehen wir auch beim Sigma bei 1.4 eine deutliche Vignettierung (Randabschattung). Hier reden wir von ca. 1,9 Blenden welche sich bei weiterem Schließen der Blende deutlich abmildert. Bei f2 erreicht sie noch 1,4 Blenden um bei f2.8 bei 0,7 Blenden anzukommen. Ab 5.6 ist sie so gut wie verschwunden. Die Vignettierung wird aber durch alle aktuellen Bildbearbeitungsprogramme heraus gerechnet und ist beim bearbeiteten Foto dann nicht mehr sichtbar. Ich finde dass eine angenehme Vignette wie im Fall des Sigmas sogar einen netten Effekt dem Bild geben kann, da der Helligkeitsverlauf sehr angenehm verläuft. Zudem sieht es bei der Konkurrenz nicht besser/anders aus.

Die Verzeichnung befindet sich an Kleinbild mit seinen 0,9% auf absolutem Top Niveau. Da kann das Nikkor wieder nicht mithalten. Für ein 35mm ist das ein sehr anständiger Wert.

Jetzt zum Bokeh. Ja, einfach traumhaft für ein 35mm. Auch hier zeigt das Sigma keinerlei Blöße.
Auf Augenhöhe mit der etablierten Konkurrenz und vielleicht noch einen Tick besser zeigt Sigma auch hier das sie wirklich was von der Objektivkunst verstehen. Weiche Übergänge von Schärfe in Unschärfe und stets ein kleines bisschen Traum im Hintergrund sind einfach wunderbar. In einigen Tests zeigt das Sigma in sehr seltenen Situationen eine sogenannte Zwiebelschichtbildung in Bokehlichtern. Ich konnte dies bisher noch nicht erzeugen und es soll wirklich selten auftreten. Andere deutlich teurere Objektive haben damit auch hin und wieder zu kämpfen.

So genannte CA´s sind sehr minimal zu finden, für solch ein Lichtstarkes Objektiv ist das wirklich schon Bemerkenswert. Die bereits oben beschriebene Linsenkonstruktion scheint hier ihre volle Kraft zu entfalten. Der Konkurrent aus dem Hause Nikon zeigt dort sehr deutlichere Farbfehler und erreicht die Qualität des Sigmas selbst nach Abblenden nie.
Sehr erstaunlich Sigma, sehr erstaunlich.

 

Fazit:

 

Ja, Sigma, was soll ich zu deinem Art 35mm 1.4 DG HSM sagen?

Geil, geil geil. (Sorry für meine Ausdruckweise)

Mehr kann man nicht sagen. Was Sigma dort der Konkurrenz aus den Häusern Canon und Nikon vor den Latz geknallt hat überzeugt auf ganzen Linie. In allen Belangen, wirklich allen Belangen schlägt das Sigma alles bisher da gewesene im 35mm 1.4 Bereich.
Für mich ist das Sigma mein neues Immer drauf geworden. Man kann mit ihm so viel in der Fotografie machen, das ich selten zu anderen Objektiven greifen muss.
Also für mich die absolute must have Optik an einer Kleinbild/FX/Vollformat und sicherlich für den Ein- oder Anderen APS-Cler auch mehr als nur Interessant.
Ich kann sie jedem ans Herz legen und wünsche allen viel Spaß mit dem Traumstück.

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Test: Tamron SP 70-200mm F/2.8 Di VC USD

Tamron SP 70-200mm F/2.8 Di VC USD
Getestet an Nikon D800 und D7000
Länge: 196mm | Durchmesser: 85.8mm | Gewicht: 1470g | Filterdurchmesser: 77mm  | Preis (Nikon): 1150€

Einleitung:

 

Ich denke das für den Großteil der Hobby als auch Profifotografen die Zoomkombination 24-70mm und 70-200mm mit die meist genutzte ist die man aktuell so findet.

Da ich bereits das Tamron SP 24-70 2.8 Di VC USD habe, passt als Ergänzung natürlich das von mir hier getestete Tamron SP 70-200 2.8 Di VC USD.
Hier nun mein Eindruck nach den ersten 2 Wochen mit dem für viele sicherlich Interessanten Stück.

Lieferumfang:

 

+ das Tamron SP 70-200 2.8 Di VC USD
+ Garantiekarte (5 Jahre bei Registrierung)
+ Deckel für Bajonett und Linse
+ Streulichtblende

 

Erster Eindruck, Haptik und Verarbeitung:

 

Das Objektiv kommt gut Verpackt in einem ordentlichen Karton nach Hause.
Die Verarbeitung zu seinem Vorgänger hat sich deutlich verbessert, was man auch am Gewicht merkt. Im direkten Vergleich zur Konkurrenz aus den Häusern Canon und Nikon ist immer noch es etwas schmaler und leichter. Das Objektiv ist zum Großteil aus sehr hochwertigem Kunststoff gefertigt und nichts bewegt sich was sich nicht bewegen soll. Kein knarzen oder wackeln, alles sehr gut verarbeitet.

Was als Erstes bei der Nutzung auffällt, ist die andere Anordnung des Zoom und Fokusrings.
Hier geht Tamron einen anderen Weg wie die Konkurrenz. Hinter der Streulichtblende sitzt der Zoomring, am Anfang war es etwas komisch zu nutzen aber wenn man sich mal dran gewöhnt, hat man ein besseres Handling. Es fühlt sich im direkten Vergleich stabiler an im Stand wie die „normale“ Anordnung. Wer selber im Schützenverein ist oder war, kennt die Haltung sehr gut und es sorgt noch mehr dafür, dass man das Objektiv ruhiger halten kann.
Der Fokusring ist bei dem Tamron sehr schmal ausgefallen und wird die Videografen nicht begeistern. Da ich kaum Videos aufnehme, kann ich nichts dazu sagen, ich finde gut das er relativ klein ist da man so weniger die Gefahr hat ausversehen in den Fokus einzugreifen.

Tamron hat ihr auch eine Abdichtung genehmigt die gegen Spritzwasser und Staub schützt, was in der Objektivklasse inzwischen dazu gehört aber bei der Konkurrenz deutlich mehr kostet.

 

Autofokus:

 

Hier hat das Tamron gegenüber seinem Vorgänger eine extreme Steigerung vorzuweisen. Der USD Antrieb von Tamron sorgt für sehr schnelles und genaues Fokussieren. Mit dem AF-System der D800 zeigt es wirklich was es kann. Schnell, sehr genau selbst bei extremen Bedingungen. Hier nehme ich als Test immer gerne einen ca 2x2cm großen Metallwürfel der sehr wenig Kontrastkanten bietet. Selbst in Bedingungen bei dem man ISO 25600, bei f2.8 1/14tel Sekunde braucht, sitzt der Autofokus auf den Punkt. Und das wiederholbar und konstant. Hier liegt der Fokus auf selben Niveau wie die Canon oder Nikon Konkurrenz. Die AF Geschwindigkeit ist absolut auf sehr hohem Niveau und wenn man nicht direkt neben dran ein Canon IS 2.8 II oder das Nikon 2.8 VRII hat, merkt man keinen Unterschied. Das ist schon sehr beeindruckend.

 

Stabilisator:

 

Beeindruckend, einfach nur Beeindruckend. Mehr ist eigentlich nicht zu sagen. Bei 200mm nagelt der VC das Bild im Sucher einfach so fest, das macht Spaß. Bei 200mm sind 1/20tel ohne jegliches Problem zu halten. Das Beste was ich scharf halten konnte bei 100% Schärfe lag bei 1/4tel Sekunde bei 200mm. Hier zeigt Tamron wieder wie gut ihr System funktioniert. Das zeigte das 70-300 VC USD ja auch schon und es ist echt verblüffend was das Tamronsystem da leisten kann. Reinster Spaß wenn man das nicht so kennt und es schafft das auf einem Niveau das mindestens Pari ist mit der deutlich teureren Konkurrenz. Sehr gut Tamron.

 

Schärfe und Kontrast:

 

Hier war der Vorgänger schon auf gutem Niveau und konnte viele Leute begeistern. Tamron hat hier nix verschlechtern sondern gerade am langen Ende nochmal nachlegen können. Was es hier leistet ist einfach und klar scharf, no doubt. Der Kontrast ist wie bei der Konkurrenz noch nicht auf dem Niveau wie leicht abgeblendet aber das ist einfacher so korrigieren wie Unschärfe. Das Tamron zeigt über das gesamte Bild eine höhere Leistung wie die aktuelle Konkurrenz und das durch den gesamten Zoombereich. Die Mitte ist scharf aber minimal hinter der Canon und Nikon Konkurrenz. Also auch hier kann Tamron zeigen was aktuell für den Preis möglich ist.

 

Vignettierung, Verzerrung, CAs und Bokeh:

 

Jetzt kommen wir zu einem Punkt wo das Tamron etwas schwächelt, die Vignettierung.
Diese ist durch den gesamten Zoombereich vorhanden lässt sich aber in Photoshop und Lightroom mit einem Klick entfernen. Diese „Problematik“ ist nur an KB vorhanden, an der D7000 merkt man davon nix.

Bei den 70-200 ist Verzerrung ein kaum vorhandenes Thema, auch hier unterscheidet sich das Tamron nicht von der Konkurrenz.

Nun zum gerne genutzten Bokeh, auch hier, keine Schwächen. Alles sehr schön weich und cremig, Lichter sind Rund und zeigen keine Ringe. So soll das sein und ist auch auf sehr hohem Niveau. Unterschiede zu Nikon oder Canon sind wenn dann minimal und liegen eher am Hintergrund als an der Linse.

CAs konnte ich bisher keine Produzieren. Selbst in sehr harten Lichtsituationen mit starken Helligkeitskanten konnte ich keine CAs produzieren, Super.

 

Fazit:

 

Hui, was soll ich sagen. Ich war eigentlich beim Umstieg auf KB davon überzeugt das VRII von Nikon zu kaufen, wenn dann richtig war mein erster Gedanke. Die erste Berührung im Laden mit dem Tamron ließ mich überlegen und ich kam zum Entschluss ihm eine Chance zu geben. Man muss halt bedenken, dass man für das gesparte Geld locker ein 85 1.8G kaufen kann, was ich auch tat 😉
Das Tamron hat mich bisher nicht enttäuscht und zeigt aktuell wie es zu einem guten Kurs gehen kann.  Scharf, schnell und Präzise, so muss ein 70-200 2.8 einfach sein. Jeder der ein 70-200 2.8 mit Stabilisator sucht, sollte sich das Tamron auf jeden Fall mal anschauen.