DSC_2380

Test: Tamron SP 70-200mm F/2.8 Di VC USD

Tamron SP 70-200mm F/2.8 Di VC USD
Getestet an Nikon D800 und D7000
Länge: 196mm | Durchmesser: 85.8mm | Gewicht: 1470g | Filterdurchmesser: 77mm  | Preis (Nikon): 1150€

Einleitung:

 

Ich denke das für den Großteil der Hobby als auch Profifotografen die Zoomkombination 24-70mm und 70-200mm mit die meist genutzte ist die man aktuell so findet.

Da ich bereits das Tamron SP 24-70 2.8 Di VC USD habe, passt als Ergänzung natürlich das von mir hier getestete Tamron SP 70-200 2.8 Di VC USD.
Hier nun mein Eindruck nach den ersten 2 Wochen mit dem für viele sicherlich Interessanten Stück.

Lieferumfang:

 

+ das Tamron SP 70-200 2.8 Di VC USD
+ Garantiekarte (5 Jahre bei Registrierung)
+ Deckel für Bajonett und Linse
+ Streulichtblende

 

Erster Eindruck, Haptik und Verarbeitung:

 

Das Objektiv kommt gut Verpackt in einem ordentlichen Karton nach Hause.
Die Verarbeitung zu seinem Vorgänger hat sich deutlich verbessert, was man auch am Gewicht merkt. Im direkten Vergleich zur Konkurrenz aus den Häusern Canon und Nikon ist immer noch es etwas schmaler und leichter. Das Objektiv ist zum Großteil aus sehr hochwertigem Kunststoff gefertigt und nichts bewegt sich was sich nicht bewegen soll. Kein knarzen oder wackeln, alles sehr gut verarbeitet.

Was als Erstes bei der Nutzung auffällt, ist die andere Anordnung des Zoom und Fokusrings.
Hier geht Tamron einen anderen Weg wie die Konkurrenz. Hinter der Streulichtblende sitzt der Zoomring, am Anfang war es etwas komisch zu nutzen aber wenn man sich mal dran gewöhnt, hat man ein besseres Handling. Es fühlt sich im direkten Vergleich stabiler an im Stand wie die „normale“ Anordnung. Wer selber im Schützenverein ist oder war, kennt die Haltung sehr gut und es sorgt noch mehr dafür, dass man das Objektiv ruhiger halten kann.
Der Fokusring ist bei dem Tamron sehr schmal ausgefallen und wird die Videografen nicht begeistern. Da ich kaum Videos aufnehme, kann ich nichts dazu sagen, ich finde gut das er relativ klein ist da man so weniger die Gefahr hat ausversehen in den Fokus einzugreifen.

Tamron hat ihr auch eine Abdichtung genehmigt die gegen Spritzwasser und Staub schützt, was in der Objektivklasse inzwischen dazu gehört aber bei der Konkurrenz deutlich mehr kostet.

 

Autofokus:

 

Hier hat das Tamron gegenüber seinem Vorgänger eine extreme Steigerung vorzuweisen. Der USD Antrieb von Tamron sorgt für sehr schnelles und genaues Fokussieren. Mit dem AF-System der D800 zeigt es wirklich was es kann. Schnell, sehr genau selbst bei extremen Bedingungen. Hier nehme ich als Test immer gerne einen ca 2x2cm großen Metallwürfel der sehr wenig Kontrastkanten bietet. Selbst in Bedingungen bei dem man ISO 25600, bei f2.8 1/14tel Sekunde braucht, sitzt der Autofokus auf den Punkt. Und das wiederholbar und konstant. Hier liegt der Fokus auf selben Niveau wie die Canon oder Nikon Konkurrenz. Die AF Geschwindigkeit ist absolut auf sehr hohem Niveau und wenn man nicht direkt neben dran ein Canon IS 2.8 II oder das Nikon 2.8 VRII hat, merkt man keinen Unterschied. Das ist schon sehr beeindruckend.

 

Stabilisator:

 

Beeindruckend, einfach nur Beeindruckend. Mehr ist eigentlich nicht zu sagen. Bei 200mm nagelt der VC das Bild im Sucher einfach so fest, das macht Spaß. Bei 200mm sind 1/20tel ohne jegliches Problem zu halten. Das Beste was ich scharf halten konnte bei 100% Schärfe lag bei 1/4tel Sekunde bei 200mm. Hier zeigt Tamron wieder wie gut ihr System funktioniert. Das zeigte das 70-300 VC USD ja auch schon und es ist echt verblüffend was das Tamronsystem da leisten kann. Reinster Spaß wenn man das nicht so kennt und es schafft das auf einem Niveau das mindestens Pari ist mit der deutlich teureren Konkurrenz. Sehr gut Tamron.

 

Schärfe und Kontrast:

 

Hier war der Vorgänger schon auf gutem Niveau und konnte viele Leute begeistern. Tamron hat hier nix verschlechtern sondern gerade am langen Ende nochmal nachlegen können. Was es hier leistet ist einfach und klar scharf, no doubt. Der Kontrast ist wie bei der Konkurrenz noch nicht auf dem Niveau wie leicht abgeblendet aber das ist einfacher so korrigieren wie Unschärfe. Das Tamron zeigt über das gesamte Bild eine höhere Leistung wie die aktuelle Konkurrenz und das durch den gesamten Zoombereich. Die Mitte ist scharf aber minimal hinter der Canon und Nikon Konkurrenz. Also auch hier kann Tamron zeigen was aktuell für den Preis möglich ist.

 

Vignettierung, Verzerrung, CAs und Bokeh:

 

Jetzt kommen wir zu einem Punkt wo das Tamron etwas schwächelt, die Vignettierung.
Diese ist durch den gesamten Zoombereich vorhanden lässt sich aber in Photoshop und Lightroom mit einem Klick entfernen. Diese „Problematik“ ist nur an KB vorhanden, an der D7000 merkt man davon nix.

Bei den 70-200 ist Verzerrung ein kaum vorhandenes Thema, auch hier unterscheidet sich das Tamron nicht von der Konkurrenz.

Nun zum gerne genutzten Bokeh, auch hier, keine Schwächen. Alles sehr schön weich und cremig, Lichter sind Rund und zeigen keine Ringe. So soll das sein und ist auch auf sehr hohem Niveau. Unterschiede zu Nikon oder Canon sind wenn dann minimal und liegen eher am Hintergrund als an der Linse.

CAs konnte ich bisher keine Produzieren. Selbst in sehr harten Lichtsituationen mit starken Helligkeitskanten konnte ich keine CAs produzieren, Super.

 

Fazit:

 

Hui, was soll ich sagen. Ich war eigentlich beim Umstieg auf KB davon überzeugt das VRII von Nikon zu kaufen, wenn dann richtig war mein erster Gedanke. Die erste Berührung im Laden mit dem Tamron ließ mich überlegen und ich kam zum Entschluss ihm eine Chance zu geben. Man muss halt bedenken, dass man für das gesparte Geld locker ein 85 1.8G kaufen kann, was ich auch tat 😉
Das Tamron hat mich bisher nicht enttäuscht und zeigt aktuell wie es zu einem guten Kurs gehen kann.  Scharf, schnell und Präzise, so muss ein 70-200 2.8 einfach sein. Jeder der ein 70-200 2.8 mit Stabilisator sucht, sollte sich das Tamron auf jeden Fall mal anschauen.